“Sounds of Passion” – 2009

Bilder

Die projektierten Bilder stammen vom Künstler Reinhard Zimmermann. Er schuf diese 1985 als Kreuzwegstationen für die Fenster der Kirche Corpus Christi in Nürnberg-Herpersdorf.

Intensiv geprägt ist Zimmermanns Verhältnis zur Malerei von musikalischen Impulsen. Klangfarben werden für ihn Farbklänge. Eine ganz eigenständige Harmonie aus Farbe und Form, unterstützt von einer ausdruckstarken Zeichensprache, charakterisieren seine Bilder.

 

Zur Musik

Die Musik wurde von Tobias Aehlig und Thomas Gerlach konzipiert. So entstanden neue Kompositionen, aber auch ein gregorianischer Choral erklingt, sowie das prägende Lied „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“ (M: Bernhard Huijbers). Ein großer Teil der Musik besteht aus Improvisationen, auch experimentelle Klänge finden ihren Ausdruck.

 

Musiker

Beatrix Aehlig, Gesang, Sprecher

Benjamin Aehlig, Perkussion, Performance

Sebastian Aehlig, Oboe, Blockflöte, Gesang, Sprecher

Tobias Aehlig, Synthesizer, Blockflöte

Thomas Gerlach, E-Bass

Marco Staritz, Schlagzeug

Robert Walter, Technik, Licht, Projektion

Nikolai Zulawski, Gesang, Sprecher

 

Einführung

Sounds of Passion ist weder Konzert noch Andacht; es ist ein Kreuz-Weg für die Sinne. Mit zeitgemäßen Impulstexten und vielfältigen Musikklängen erzählt die Gruppe „gaudete!“ die Leidensgeschichte Christi aus oft ungewöhnlichen Perspektiven. Dabei zieht sich der Choral „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“ wie ein roter Faden durch die einzelnen Stationen. Verstärkt werden die Erlebnisse durch eine farbintensive Lichtinstallation und ausdrucksstarke Bilder des Künstlers Reinhard Zimmermann. Der Kirchraum wird in eine entsprechende Atmosphäre gehüllt.

 

Viele Jahre setzte sich die Musikgruppe mit der Thematik des Kreuzweges auseinander und versucht nun, dabei eigene Wege zu gehen.

Mit großer Sensibilität und Kreativität hat besonders Tobias Aehlig diesen Kreuzweg konzipiert. „Wir möchten die Menschen im Inneren ansprechen. Mit Hilfe von Musik, Text und Licht sollen sie zur Ruhe kommen, das Geschehen auf sich wirken lassen, zum Nachdenken angestoßen werden und mit einer Erfahrung die Kirche verlassen“, so Tobias Aehlig. Die Passion wird sehr intensiv und tiefgründig, modern und multimedial präsentiert, Musik und Text werden von großer Expressivität getragen.

  

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr,

fremd wie dein Name sind mir deine Wege.

Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott,

mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?

Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?

Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

(Huub Oosterhuis, Übertragung Lothar Zenetti)

 

Mit diesen Worten beginnt der Kreuzweg.

Die Betrachtung jeder Statio wird getragen von dem gesprochenen Wort und der Musik, die je nach Thema ruhig, traurig, klagend oder laut, zornig, schreiend und spottend ist. Am Ende kann jeder Anwesende sein Licht nach vorne zum Kreuz bringen und somit Jesus in seiner Todesstunde symbolisch beistehen –

Leuchtspuren werden zu Hoffnungsspuren.

 

Pressemeinung

»Erschütternder kann man den Tod wohl kaum darstellen. Mit einer klirrend kalten Klang-Collage, die sich bis ins Unerträgliche steigerte und durch eindringliche Texte untermauert wurde, markierte die Band „gaudete!” die letzten Atemzüge Jesu bis urplötzlich alles schwieg und auch das ohnehin spärlich-rote Licht abrupt erlosch. „Das ist die Stunde des Todes”, deklamierte Sebastian Aehlig dazu, und es ging durch Mark und Bein.«

(in IKZ, Iserlohn, 01.03.2009, Ralf Tiemann)